10: Dein bester Start in den Tag

10: Dein bester Start in den Tag

Wenn es mir gut geht, gewinnen alle

Lange Zeit dachte ich, ich müsste morgens besonders diszipliniert sein, um gut durch meinen Tag zu kommen. Früh aufstehen, meditieren, Journal schreiben, Sport machen, kalt duschen, lesen – überall gibt es diese perfekten Morgenroutinen. Aber heute sehe ich das anders: Ich muss nicht jeden Morgen fünf Uhr aufstehen und zehn Dinge erledigen, um erfolgreich und voller Energie in den Tag zu starten.

Für mich geht es vielmehr darum, herauszufinden: Was brauche ich, damit es mir gut geht?

Mein Leben ist voll. Ich bin Unternehmerin, habe Familie, Freunde, Partnerschaft, Kunden, Meetings, E-Mails und WhatsApp-Nachrichten. Dazu kommen Haushalt, Termine und natürlich meine Tiere. Und genau deshalb habe ich irgendwann verstanden, dass ich mich selbst nicht ständig ans Ende meiner To-do-Liste stellen darf.

Ein Satz begleitet mich dabei besonders: „Wenn es mir gut geht, gewinnen alle.“

Früher war mein Gedanke oft: Erst kümmere ich mich um alle anderen, und wenn dann noch etwas übrig ist, bin ich dran. Heute weiß ich, dass das auf Dauer nicht funktioniert. Ich kann nicht aus einem leeren Akku liebevolle Beziehungen führen, Kunden begleiten, Mitarbeiter oder andere Menschen führen und gleichzeitig ein erfolgreiches Business aufbauen.

Bei jedem Gerät wissen wir, was passiert, wenn der Akku leer ist: Wir schließen es ans Ladegerät an. Bei uns selbst machen wir das erstaunlicherweise viel seltener. Wir sagen: „Das geht schon noch. Ich schaffe das.“ Doch irgendwann blinkt die Batterie.

Deshalb beginnt mein Tag heute nicht unbedingt mit einer festen Routine, sondern mit einem bewussten Einchecken bei mir. Ich greife nicht sofort zum Handy und schaue nach, wer mir nachts geschrieben hat oder welche Nachrichten gerade auf mich warten. Die Welt kann ein paar Minuten ohne mich auskommen.

Ich frage mich lieber: Was brauche ich heute? Was möchte ich mit diesem Tag erschaffen? Was tut mir gut?

Das kann Wasser und Tee sein, ein Spaziergang, Musik oder Zeit mit meinen Tieren. Für mich kann sogar das morgendliche Versorgen der Pferde eine Art Yoga sein. Entscheidend ist nicht, was andere empfehlen, sondern was sich für mich richtig und stimmig anfühlt.

Auch bei meiner Tagesplanung habe ich gelernt umzudenken. Ich muss nicht 17 Aufgaben auf meine To-do-Liste schreiben. Oft reichen drei wirklich wichtige Dinge. Und genauso wichtig wie meine Aufgaben ist meine Energie. Ich plane nicht nur Termine, Meetings und Umsatz, sondern auch meine Kraft.

Wann bin ich kreativ? Wann kann ich wichtige Gespräche besonders gut führen? Wann habe ich mein Energiehoch und wann brauche ich eher Routineaufgaben? Gute Organisation bedeutet für mich deshalb nicht, jede Minute des Tages zu verplanen. Gute Organisation bedeutet, dass meine Zeit für mich arbeitet – und nicht gegen mich.

Dazu gehören auch Pausen und Puffer. Früher habe ich Termine gerne direkt hintereinandergelegt. Heute weiß ich: Wir brauchen Übergänge. Fünf oder zehn Minuten zum Durchatmen, etwas zu trinken, kurz nachzudenken oder einfach den Kopf wieder frei zu bekommen, können einen riesigen Unterschied machen.

Und ich möchte mein Leben nicht ausschließlich um mein Business herum organisieren. Familie, Freunde, Tiere, Natur, Bewegung, Spaß und auch einfach einmal „nichts“ gehören genauso dazu. Ich schreibe mir manchmal bewusst freie Zeit in den Kalender. Nicht, weil ich dann nichts tun darf, sondern weil nichts geplant ist.

Meine Pferde erinnern mich dabei immer wieder daran, im Hier und Jetzt zu sein. Wenn ich bei ihnen bin, kann ich nicht halb anwesend sein. Sie brauchen meine Aufmerksamkeit – jetzt. Und genau das ist auch eine wunderbare Business-Lektion: Wenn ich arbeite, möchte ich arbeiten. Wenn ich mit meiner Familie bin, möchte ich wirklich dort sein. Wenn ich mit Freunden unterwegs bin, möchte ich diese Zeit genießen. Und wenn ich mit meinen Tieren unterwegs bin, darf das Handy auch einmal in der Tasche bleiben.

Ich glaube heute nicht mehr daran, dass Erfolg automatisch bedeutet: höher, schneller, weiter. Ich möchte erfolgreich sein und gleichzeitig ein wundervolles Leben leben. Mein Business soll Teil meines Lebens sein – nicht der Grund, warum mein Leben irgendwann keinen Platz mehr hat.

Manchmal ist deshalb die beste Strategie des Tages ganz einfach: Laptop zu, Handy weg, Jacke an und raus. Frische Luft, Bewegung, Abstand. Einmal tief durchatmen und wieder bei mir ankommen.

Denn genau dort beginnt für mich echte Selbstführung. Ich entscheide, welche Energie ich in meinen Tag bringe. Der Tag passiert mir nicht einfach – ich darf ihn gestalten.

Und deshalb möchte ich mich immer wieder daran erinnern: Ich bin nicht die letzte Position auf meiner To-do-Liste. Ich bin die Grundlage für alles andere.

Wenn ich gut schlafe, mich bewege, gut esse, lache, Zeit mit Menschen verbringe, Natur erlebe und immer wieder auftanke, bin ich nicht weniger businessorientiert. Im Gegenteil: Ich bin klarer, kreativer und leistungsfähiger.

Mein Erfolg darf sich gut anfühlen. Mein Business darf mit meinem Leben zusammenspielen. Und mein „Warum“, mit dem ich einmal gestartet bin, darf weiterhin Raum bekommen.

Denn am Ende geht es für mich nicht darum, alles perfekt zu organisieren.

Es geht darum, ein Leben zu gestalten, in dem Business, Familie, Freundschaften, Abenteuer, Tiere, Pausen und ich selbst ihren Platz haben.

Und wenn es mir gut geht, gewinnen alle.

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